16 der berühmtesten Pferde aller Zeiten

Berühmte Pferde im Überblick

Seit Pferd und Mensch Seite an Seite durchs Leben gehen, gab es viele grandiose Reiter-Ross-Gespanne. Sie kämpften gemeinsam in Schlachten, vollbrachten mystische Wunder oder gewannen im Pferdesport Millionen. Hier sind 16 der erfolgreichsten und sagenhaftesten Pferde aller Zeiten

Fury

Zu Beginn jeder Folge der beliebten Fernsehserie (USA 1955-1969) rief der Waisenjunge Joey „Fuuuury, Fuuuuury!“. Der schwarze Hengst kam prompt um die Ecke geschossen, kniete sich nieder und Joey konnte aufsteigen.

Verkörpert wurde der stolze Held auf vier Hufen von einem American Saddlebred namens Highland Dale. Fury bestand mit Joey und den Leuten von der Broken Wheel Ranch insgesamt 114 Serien-Abenteuer. Während die anderen Seriendarsteller mäßig erfolgreiche Schauspieler waren, wurde aus Highland Dale ein Superstar.

Black Beauty

Highland Dale zum Zweiten: Black Beauty war der nächste filmische Geniestreich des Ausnahmepferdes. Die Rolle bracht ihm schließlich auch den Beinamen „Beauty“ ein. Highland Dale wurde am 4. März 1943 geboren und kam im Alter von 18 Monaten zu seinem Besitzer, dem Tiertrainer und Rancher Ralph McCutcheon.

Highland Dale/Beauty spielte neben Top-Stars wie Elizabeth Taylor und Clark Gable. Das Pferd hatte zeit seines Lebens Atemprobleme, trotzdem wurde er stolze 29 Jahre alt. Bis zum Zeitpunkt seines Todes soll Highland Dale/Beauty seinem Besitzer rund 500.000 Dollar eingebracht haben.

Mr. Ed

Verkörpert wurde das berühmteste sprechende Pferd der Filmgeschichte von einem Showpferd namens Bamboo Harvester. Der Palomino Wallach soll Unmengen von leckerer Erdnussbutter bekommen haben, damit er sein Maul so bewegte, als würde er sprechen.

Böse Stimmen und Kritiker der Serie behaupteten später Bamboo Harvester habe einen versteckten Draht im Maul gehabt. Aus diesen Gründen habe er in der Serie stets ein Halfter getragen. Zog der Trainer am Draht bewegte Bamboo Harvester sein Maul. Wie auch immer, Mr. Ed sah bei seiner Arbeit meistens recht entspannt aus und begeisterte in den 1960er Jahren Millionen von Fernsehzuschauern. Vom Spielzeughersteller Mattel gab es sogar eine Mr.-Ed-Puppe, die typische Ed-Sprüche wie, „Das Telefon klingelt – soll ich rangehen?“, sagen konnte.

Jolly Jumper

Jolly Jumper ist mit Sicherheit der lässigste Gaul der Comic-Geschichte. Erfunden wurden er und sein Reiter vom belgischen Comic-Zeichner Morris. Das Pferd des unfreiwilligen Dauerhelden Lucky Luke sattelt sich selbst, geht ebenso eigenständig zum Schmied und holt gleich danach noch seine Wäsche aus dem Waschsalon ab. Luke liegt derweil sehr wahrscheinlich unter einem Baum und nagt an einem Grashalm.

Wenn sein Herr in der Klemme steckt, gibt es für den altklugen Jolly Jumper kein Halten. Sofort ist er zur Stelle und trotz einer nicht zu verachtenden Huffehlstellung trabt Jolly Jumper wie ein junger Gott. Doch damit ist das Können Jolly Jumpers noch lange nicht ausgeschöpft: Das Wunderpferd kann kochen, Seiltanzen, auf Bäume klettern und steigt auch gerne mal mit der Bürste in den Waschzuber. Zum Wieeeeehern!

Shutterfly

Das Ausnahme-Springpferd von Meredith Michaels-Beerbaum hieß eigentlich Struwwelpeter. Da seine Reiterin als gebürtige Amerikanerin den Namen nicht aussprechen konnte, benannte man das 1993 geborene Pferd in „Shutterfly“ um. Bis heute gilt der Hannoveraner Wallach als das erfolgreichste Springpferd der 2000er Jahre. Mit einer Lebensgewinnsumme von über 3 Millionen Euro ist er bis heute bei den Bestverdienern der Pferdewelt ganz vorne dabei. Shutterfly und Meredith Michaels-Beerbaum waren eine Glückspaarung, wie sie nur das Schicksal zusammenbringen kann.

Nach dem Sieg des CHIO in Aachen 2011 wurde Shutterfly emotionsreich aus dem großen Sport verabschiedet. Seitdem steht der Wallach mit seinem Veteranen-Kumpel Checkmate auf der Senioren-Koppel der Beerbaums in Thedinghausen bei Bremen.

Goldfever

Goldfever von Ludger Beerbaum war der andere große Spring-Star der 2000er Jahre. Er brachte seinen Besitzern ganze 2,8 Millionen Euro Preisgelder ein und durfte 2009 in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Davor gab es noch jede Menge Aufregung um den 1991 geborenen Fuchshengst und seinem Reiter.

Ausgerechnet bei den Olympischen Spiele 2004 in Athen wurde Goldfever positiv auf eine verbotene Dopingsubstanz getestet. Die steckte laut Ludger Beerbaum in einer Salbe, die Goldfever am Vorabend des Wettkampfes auf eine kleine Verletzung geschmiert bekommen hatte. Disqualifiziert wurde er und Goldfever trotzdem. Trotz dieser kleinen Karriere-Panne wurde der Hannoveraner Hengst zur Springsportlegende.

Der Kluge Hans

Der Kluge Hans - Ein berühmtes Pferd
Das berühmte Pferd „Der Kluge Hans“ mit seinem Besitzer Wilhelm von Osten

Ein Pferd das rechnen kann? Hört sich erst einmal sehr unglaubwürdig an, aber genau das versprach Wilhelm von Osten mit seinem Pferd, das schon bald auf den Namen „kluge Hans“ hörte. Es sollte das intelligenteste Pferd überhaupt sein. Hans, ein Pferd der Rasse Orlow-Traber, wurde im Jahr 1895 geboren und gehörte dem Mathematiklehrer Wilhelm von Osten aus Berlin. Diesem genügte es nicht, nur Menschen das Rechnen mit den Zahlen beizubringen, sodass er sich auch an seinem Pferd versuchte. Mit Erfolg, wie er selbst behauptete. Und die Wissenschaft war ratlos. Der Kluge Hans konnte durch Kopfschütteln oder Nicken und Klopfen mit den Hufen einfache arithmetische Aufgaben lösen. Am Ende stellte sich zwar heraus, dass der Kluge Hans beileibe nicht rechnen konnte, er aber dennoch ein außergewöhnliches intelligentes Tier war. Mit seiner verblüffende Auffassungs- und Beobachtungsgabe suggerierte er ein tierisches Mathematikgenie zu sein. Falls du mehr zur Hintergrundgeschichte erfahren möchte, lese hier auch mein Artikel zum Klugen Hans.

Yanardag

Yanardag ist turkmenisch für „brennender Berg“. Der Achal-Tekkiner Hengst ist das Lieblingspferd des früheren turkmenischen Präsidenten Saparmyrat Nyýazow.

Der machte das Tier prompt zum turkmenischen Nationalsymbol. Yanardag ist seitdem im Wappen von Turkmenistan und zahlreichen anderen turkmenischen Hoheitszeichen abgebildet. Es gibt Briefmarken-Serien, regelmäßige Berichterstattung in der Zeitung und natürlich jede Menge Pathos.

Wappen von Turkmenistan mit Yanardag in der Mitte
Wappen von Turkmenistan mit Yanardag in der Mitte

Für die Turkmenen wurde der golden schimmernde Falbe zum Sinnbild der Unabhängigkeit von Russland. Die erreichte Turkmenistan im Geburtsjahr des Hengstes, 1991.

Valegro

Noch ein Paar, das es so kein zweites Mal geben wird: Charlotte Dujardin wollte eigentlich nur ein paar Wochen im Stall des britischen Dressurreiters Carl Hesters aushelfen. Da traf sie auf den 2002 geborenen Valegro und trainierte ein bisschen mit ihm. Daraus entwickelte sich ein unglaubliches Erfolgs-Duo. Carl Hesters wusste, dass er niemals diese Leistung und diesen Willen aus dem Pferd herausgeholt hätte. Das konnte nur Charlotte. Mit ihr wurde Valegro zweifacher Weltmeister, gewann den Grand Prix Special und die Grand Prix Kür bei den Weltreiterspielen 2014. Heute ist der Niederländische Warmblut-Wallach in Rente und tritt noch gelegentlich als gefeiertes Showpferd bei Pferdegalas auf.

Byerley Turk

Der dunkelbraune Hengst Byerley Turk (geb. ca. 1679) war eine Kriegsbeute. Später sollte er zu einem der Stammväter der Englischen Vollblutzucht werden. 1688 übernahmen britische Soldaten Byerley Turk nach einer Schlacht bei der türkischen Stadt Buda. Seine genaue Rassezugehörigkeit ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Mal wurde er als Araber, mal als Achal-Tekkiner bezeichnet. Spätere Expertisen kamen zu dem Ergebnis, das er ein Turkmene gewesen sein muss. Später ritt ihn Colonel Robert Byerley als Kavalleriepferd im Krieg gegen Irland. Obwohl Byerley Turk insgesamt nur wenige Nachkommen hatte, entwickelten sich seine Nachfolge-Linien zu den erfolgreichsten der Englischen Vollblutzucht.

Bukephalos

Kein anderer konnte dieses Pferd reiten: Sein störrisches Wesen brachten dem Junghengst den Namen Bukephalos – Ochsenkopf bzw. Sturschädel ein. Nur ein junger Adeliger namens Alexander erkannte das eigentliche Problem des Pferdes. Bukephalos fürchtete sich vor seinem Schatten, sobald ein Reiter aufstieg. Alexander stellte den Hengst so gegen die Sonne, sodass er seinen Schatten nicht mehr sehen konnte. Später sollte der Hengst seinen Herrn Alexander den Großen durch zahlreichen Schlachten und bis ins ferne Indien tragen.

Um 326 v. Chr. schlug Alexanders Heer eine letzte vernichtende Schlacht in Norden Indiens in deren Verlauf der fast 30-jährige Bukephalos in einem Fluss ertrunken sein soll. Bukephalos war vermutlich ein Berber-Mischling.

Pegasos

Jedes Kind kennt das geflügelte Pferd der griechischen Mythologie: Der edle Pegasos (auch Pegasus) soll der Sohn des Meeresgottes Poseidon und der hässlichen Nymphe Medusa gewesen sein. Später trug Pegasos den griechischen Helden Bellerophon erfolgreich durch seine Kämpfe. Nach dessen Tod stellte sich das magische geflügelte Pferd in den Dienst der Götter im Olymp. Zum Dank für deine Taten verwandelte Zeus Pegasos nach seinem irdischen Tod in ein Sternbild. Auch Pegasos hinterließ ewige Spuren auf der Erde: Aus seinem Hufschlag entsprangen ein Brunnen im Helikon-Gebirge (der „helikonische Quell“) und ein weiterer nahe der Stadt Trizina.

Das berühmte geflügelte Pferd Pegasus - Gemalt von Walter Crane
Das berühmte geflügelte Pferd Pegasus – Gemalt von Walter Crane

Sleipnir

Der nordische Göttervater Odin ritt der Legende nach auf einem achtbeinigen Ross namens Sleipnir. Übersetzt bedeutet Sleipnir „der Dahingleitende“. Sleipnir konnte sich über Land und Wasser als auch in der Luft gleitend fortbewegen. Die acht Beine brauchte er um Odin jederzeit sicher und schnell durch die Welten des Göttergeschlechts der Asen zu tragen.

Göttervater Odin auf seinem berühmten Ross Sleipnis - Gemalt von John Bauer
Göttervater Odin auf seinem berühmten Ross Sleipnis – Gemalt von John Bauer

Im Norden Islands soll der stolze Sleipnir einmal ausgerutscht sein. Aus diesen Fauxpas entwickelte sich die Ásbyrgi-Schlucht, die man in Island auch „Fussabdruck des Sleipnir (oder Odin)“ kennt.

Incitatus

Kaiser Caligula (12-41 n. Chr.) liebte den Pomp, die Dekadenz und das Pferd Incitatus (Heißsporn). Das edle Tier hatte einen eigenen Palast, trank Wein aus Pokalen und fras aus einer Futterkrippe aus Elfenbein. Incitatus lief gelegentlich Rennen im nahen Zirkus Maximus. Am Vortag der Rennen ließ Caligula die Straßen rund um den Zirkus und Incitatus’ Palast weiträumig absperren, damit das Pferd Ruhe hatte und sich optimal vorbereiten konnte. Auf der Höhe seiner Macht soll Caligula sogar versucht haben, sein Pferd in den Rang eines Konsuls zu erheben. Erfolg hatte dieses Bestregen nicht mehr: Caligula wurde Opfer eines Attentates und Incitatus verschwand spurlos

Mohammeds Stuten Abayyah, Saqlawiyah, Kuhaylah, Hamdaniyah und Hadbah

Im Islam glaubt man, das Gott das Pferd aus einer „Handvoll Südwind“ erschaffen habe. Nach einer schweren Schlacht sollen sein Prophet Mohammed und dessen Männer ihre Pferde freigelassen haben, damit sie am Fluss ihren Durst stillen konnten. Prompt näherten sich weitere Angreifer und Mohammed pfiff nach seinen Pferden. Nur fünf Stuten folgten dem Ruf ihres Herrn und nicht ihrem Durst. Ihre Namen waren Abayyah, Saqlawiyah, Kuhaylah, Hamdaniyah und Hadbah. Heute gelten diese fünf Stuten als die Stammmütter der gesamten Araberzucht.

Iltschi

Karl May erschuf für uns die Helden Winnetou und Old Shatterhand mitsamt ihren tapferen und treuen Reittieren. Apachenhäuptling Winnetou reitet den edlen Rapphengst Iltschi. Der Name bedeutet „Wind“. May beschrieb das Pferd mit den Worten „ein sehr kluges und von Winnetou meisterhaft geschultes Tier“.

Old Shatterhand ritt passend dazu das Pferd Hatatitla bzw. „Blitz“. Die Namen stammten aus einem frühen Lexikon für Sprachen aus dem Südwesten Nordamerikas.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.