Pferd Buckelt: Tipps & Tricks bei einem bockenden Pferd

Pferd buckelt: Grüunde und was man tun kann

Ein buckelndes Pferd ist nicht nur anstrengend, sondern auch gefährlich. Nicht immer handelt es sich dabei jedoch um respektloses Verhalten dem Reiter gegenüber.
Was Buckeln ist, wie es entsteht, was man als Reiter in so einem Fall tun kann und wie man es verhindert, wird in diesem Artikel behandelt.

Was versteht man unter „Buckeln“ beim Pferd?

Buckeln bedeutet, dass das Pferd einen Buckel macht. Es wölbt also den Rücken und führt gleichzeitig seinen Kopf weit nach unten. Dadurch wird sein Rücken noch runder und der Reiter bekommt deutliche Schwierigkeiten, im Sattel zu bleiben.

Zu dem Buckel kommt beim Buckeln noch ein Ausschlagen mit den Hinterbeinen. Manchmal sind auch die Vorderbeine beim Buckeln beteiligt. Dann hebt das Pferd erst diese vom Boden, um anschließend mit den Hinterbeinen auszuschlagen. Beim Buckeln sind also meistens zwei Beine am Boden.

Das Buckeln reicht von kleinen Hüpfern bis zu heftigen Sprüngen, die selbst einen geübten Reiter leicht aus dem Sattel werfen können.

Ist Bocken das gleiche wie Buckeln?

Zwischen Bocken und Buckeln gibt es einen feinen Unterschied: Beim Buckeln bleiben zwei Beine am Boden. Ein bockendes Pferd führt ganze Sprünge (Bocksprünge) aus. Die Körperhaltung beim Bocken und Buckeln ist sehr ähnlich. Auch beim Bocken senkt das Pferd seinen Kopf weit nach unten und macht seinen Rücken rund.

Bocken kann die Folge vom Buckeln sein. Dabei kommt es aber darauf an, aus welchen Gründen ein Pferd buckelt.

Warum Buckeln Pferde?

Nicht immer handelt es sich beim Buckeln um problematisches Verhalten. Pferde buckeln auch aus purer Freude. Übermütige Tiere, die sich auf die Bewegung mit ihrem Reiter freuen, zeigen das in Form von kleinen Freudenhüpfern.

Auch Schmerzen können Buckeln auslösen. Es müssen keine Rückenschmerzen sein, Bauchschmerzen können ebenfalls dazu führen, dass ein Pferd einen Buckel macht und ausschlägt.

In der Mimik des Pferdes kann man den Grund erkennen. Ein fröhliches Pferd stellt seine Ohren aufmerksam nach vorn und buckelt kraftvoll. Ein Pferd mit Schmerzen legt seine Ohren an und spannt seine Gesichtsmuskulatur an (macht ein Schmerzgesicht). Seine Hüpfer sind weniger ausgelassen.

Darüber hinaus kommen noch einige weitere Gründe infrage. Junge oder allgemein unerfahrene Pferde buckeln häufig aus Überforderung. Prasseln zu viele neue Eindrücke auf das Tier ein, möchte es sich der Situation entziehen, indem es seinen Reiter loswird. Es kann sich beim Buckeln auch um erlerntes Verhalten handeln. Konnte ein Pferd mehrmals erfolgreich seinen Reiter auf diese Weise abwerfen, versucht es das möglicherweise weiterhin. Wenn es keine Lust auf Arbeit hat, ist das seine Chance.

Nicht immer muss ein ernster Grund hinter dem Buckeln stecken. Kommt es einmalig oder sehr selten vor, muss man sich keine Gedanken machen. Buckelt ein Pferd jedoch regelmäßig, sollte man nach der genauen Ursache suchen. Um Schmerzen (auch durch einen unpassenden Sattel) auszuschließen, gehört auch ein Besuch beim Tierarzt dazu.

Tipps für Reiter, wenn das Pferd buckelt

Auf einem buckelnden Pferd sitzen bleiben, ist schwierig. Natürlich sollte man nicht sofort absteigen, wenn das Pferd den ersten Hüpfer macht. Aber die eigene Sicherheit sollte dennoch vorgehen.

Fängt das Pferd gerade an, kann man es durch Ablenkung am weiteren Buckeln hindern. Dafür verändert man das Tempo oder die Gangart und wechselt die Richtung. Durch die plötzlichen Kommandos muss das Pferd sich wieder mehr auf den Reiter konzentrieren. Außerdem lernt es dabei, dass das Training anstrengender wird, wenn es buckelt. Auf lange Sicht kann man dadurch weiteres Buckeln verhindern.

Ist es dafür zu spät oder zeigt die Ablenkung keine Wirkung mehr? Dann treibt man das Pferd für sehr kurze Zeit an. Pferde können nicht buckeln, wenn sie schnell laufen. Dabei ist aber wirklich wichtig, das Pferd nur kurz vorwärtszutreiben, da es sonst durchgehen könnte. Zwei schnelle Vorwärtssprünge reichen schon aus.

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Zeigt auch das keine Wirkung und möchte man im Sattel bleiben, sollte man sich festhalten. Bei einem Westernsattel bietet sich der Sattelknauf an. Ansonsten hält man sich am „Maria-Hilf-Riemen“ fest oder stützt sich auf dem Widerrist ab. Die Beine sollten etwas nach vorn gestreckt werden. Halt bieten dabei die Oberschenkelmuskeln, nicht die Unterschenkel. Lehnt man sich zu weit nach hinten, erschwert man sich das oben Bleiben selbst. Daher sollte man mittig sitzen bleiben und sich nur leicht nach hinten beugen. An den Zügeln sollte man nicht ziehen, sie aber auch nicht zu lockerlassen. Idealerweise führt man die Zügel nach oben und nicht nach hinten. Dadurch verhindert man, dass das Pferd den Kopf zwischen die Vorderbeine legt.

In dieser Haltung lässt sich der Reiter vom Takt des Pferdes führen. Er wird nach vorne und hinten geworfen werfen. Gerade die Bewegung nach vorn kann zum Problem werden. Daher ist es wichtig, dass der Reiter sich wirklich nicht aktiv bewegt. Das könnte den Schwung des Pferdes noch verstärken.

Beruhigt sich das Pferd nicht, ist richtiges Fallen wichtig. Nicht mit den Händen oder Armen abfangen, sondern über die Schulter abrollen. Das verteilt die Kräfte besser und kann vor Verletzungen schützen. Trockenübungen, also Vorwärtsrollen, bei denen man sich ohne Hilfe der Hände über die Schulter abrollt, helfen dem Gehirn. Im Falle eines Falles wird der Reiter die Bewegung dadurch wie von selbst ausführen.

Ganz wichtig: Egal ob das Pferd den Reiter abwirft oder dieser das Buckeln aussitzt, danach geht das Training weiter. Dabei ist es egal, ob man weiter reitet oder das Pferd beispielsweise durch Longieren trainiert. Wichtig ist nur, dass das Pferd nicht lernt, dass es durch Buckeln weitere Arbeit verhindern kann.

Buckeln verhindern

Um das Buckeln zu verhindern, muss der Reiter wissen, warum sein Pferd so handelt. Keine Übungsstunde wird Erfolg zeigen, wenn das Pferd unter Rückenschmerzen leidet.

Übermütige Tiere sollten vor dem Reiten Kraft abbauen. Dafür bietet sich Weidegang oder Longieren an. Ein ausgelastetes Pferd wird weniger Buckeln.

Vertraut oder respektiert das Pferd seinem Reiter nicht, sollte dieser vor dem Reiten an der Beziehung arbeiten. Die Grundlagen dafür lassen sich nicht auf dem Rücken des Pferdes erschaffen.

Sitzt man bereits auf dem Pferd und es macht Anstalten zu buckeln, sollte man direkt gegenlenken. Dafür verhindert man, dass das Pferd seinen Kopf nach unten führt und holt seine Aufmerksamkeit zu sich. Tempo- und Richtungswechsel bieten sich dafür wieder an. Gerade enge Richtungswechsel können hilfreich sein, da es sich beim Buckeln um eine geradlinige Bewegung handelt. Muss das Pferd Kurven laufen, kann es nicht buckeln.
Hilft das alles nichts und konnten gesundheitliche Probleme ausgeschlossen werden, sollte man sich an einen Experten wenden. Gerade erlerntes Verhalten, mit dem ein Pferd lange Zeit Erfolg hatte, lässt sich meistens nur durch intensives Training wieder beheben.

1 Comment

  • Vielen Dank für die Infos, meine Magdalena buckelt leider recht gerne und hoffe ihr es irgendwie abgewöhnen zu können, noch ist sie ja noch jung..

    Liebe Grüße
    Sandra (:

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