Pferdeheilpraktiker: Vorstellung und Ausbildung

Pferdeheilpraktiker - Ausbildung im Überblick

Pferdeheilpraktiker therapieren Pferde auf der Basis von tierheilpraktischen Verfahren. Sie verfügen über Kenntnisse der Anatomie und Physiologie von Pferden, zudem sind sie Fachleute für Befundung und Pathologie. Eingesetzte Heilverfahren sind beispielsweise die Homöopathie, die Phytotherapie und die Akupunktur.

Manuelle Pferdetherapie als Schwerpunkt der Heilpraxis

Die manuelle Pferdetherapie ist ein sehr häufig angewendetes Verfahren. Hierbei kommen wirkungsvolle manuelle Techniken für die Behandlung des Bewegungsapparats zum Einsatz. Sie ähneln den humanmedizinischen Verfahren der Osteopathie, Physiotherapie und Chiropraktik. Die bei den therapeutischen Maßnahmen eingesetzten strukturellen Techniken sind wissenschaftlich fundiert. Sie umfassen muskeltherapeutische Therapieformen (klassische Massage, Myofascial Release Technique, Fasziengriffe und Triggerpunkttherapie) sowie die Behandlung von artikulären Dysfunktionen.

Berufsausübung von Pferdeheilpraktikern

Pferdeheilpraktiker können Pferdephysiotherapeuten, Chiropraktiker für Pferde oder Pferdeosteopathen sein. Sie arbeiten in der Regel selbstständig und lindern die Beschwerden von Sport- und Arbeitspferden, die zu Gestüten gehören und auch privat gehalten werden. Wie alle Tierheilpraktiker verfolgen die Angehörigen des Berufes einen ganzheitlichen Ansatz. Pferdeheilpraktiker behandeln nicht nur die Symptome einer Erkrankung, sie erforschen auch deren Ursachen, um sie beseitigen zu können. Grundsätzlich gelingt eine Therapie in der Tierheilpraxis ohne chirurgischen Eingriff und chemische Medikamente. Jedoch müssen die Pferdeheilpraktiker erkennen, ob ein erkranktes Tier gegebenenfalls vom Tierarzt weiterbehandelt werden muss. Die Berufsausübung ist – im Gegensatz zur humanmedizinischen Heilpraxis – ohne amtsärztliche Überprüfung möglich. Den rechtlichen Rahmen setzen Tierschutz-, Arzneimittel- und Tierseuchengesetze. Tierheilpraktikerverbände haben eigene Richtlinien entwickelt, um bestimmte Qualitätsstandards zu gewährleisten.

Ausbildung zum Pferdeheilpraktiker

Die Ausbildung, die an privaten Instituten absolviert werden kann, richtet sich an künftige Pferdeheilpraktiker mit fachfremder Berufsvita und an etablierte Tierheilpraktiker, die bislang noch nicht mit Pferden gearbeitet haben, aber ihr Spektrum verbreitern wollen. Sie kommt auch Tierzüchtern, Landwirten, Mitarbeitern in Tierheimen, Reitern und Privatleuten zugute. Sie kann als Fernlehrgang absolviert werden, wobei als Voraussetzungen mindestens der Realschulabschluss, Erfahrungen im Umgang mit Pferden oder allgemein mit Tieren, Einfühlungsvermögen und die Bereitschaft zur Fortbildung erwartet werden. Es gibt unterschiedliche Kurse mit dementsprechend differenzierenden Lerninhalten und verschieden langer Dauer. Die Ausbildungsinstitute vermitteln theoretische Kenntnisse und deren Umsetzung in der Praxis an Modellen und am lebenden Tier.

Themenüberblick der Ausbildung

Veterinärmedizin

  • Anatomie, Physiologie, Pathologie
  • schulmedizinische Therapiemethoden
  • Anamnese und Diagnose
  • Erscheinungsformen, Bekämpfung und Verhütung übertragbarer Krankheiten
  • allgemeine und körperliche Tieruntersuchung
  • Injektionstechniken

Naturheilkunde

  • Grundlagen und Wirkungsweise der Naturheilkunde
  • Möglichkeiten und Grenzen von Naturheilverfahren
  • Homöopathie in der Tierheilkunde
  • Pflanzenheilkunde in der Tierheilkunde
  • Bach-Blütentherapie in der Tierheilkunde
  • weitere Naturheilverfahren im Überblick

Erste-Hilfe-Maßnahmen für Tiere/Pferde

  • Versorgung des Notfallpatienten
  • Überprüfung der Vitalfunktionen
  • Notfallausrüstung und -medikamente

Tierhaltungsberatung

  • Verhaltenskunde
  • artgerechte Tierhaltung
  • Umgang mit tierischen Patienten und Tierbesitzern
  • Aufbau eines Beratungsgesprächs

Gesetzeskunde

  • Arzneimittelgesetz und Futtermittelverordnung
  • Hygienevorschriften
  • Tierseuchen-, Infektionsschutz-, Tierschutz- und Tollwutgesetz
  • Heilpraktikergesetz
  • Abfallbeseitigung und Tierkörperbeseitigung

Grundwissen Praxisführung

  • Gewerbeanmeldung und Versicherungen
  • Berufsordnung
  • Gerätschaften, Verbrauchsgüter und Materialien
  • Gebührenverzeichnis
  • Finanzamt und Steuern
  • Werbung

Viele der Inhalte gelten für alle Tierheilpraktiker, also im Wesentlichen für die Bereiche Pferd, Hund und Katze. Die Tierhaltungsberatung fokussiert naturgemäß speziell auf Pferde.

Bildquelle: WerbeFabrik/pixabay.com

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