Eohippus – Der Vorfahre der Pferde

Hyracotherium oder auch Eohippus

Schaut man das Eohippus, bzw. heute auch Hyracotherium genannt, an, dann würde man nicht denken, dass dieses ausgestorbene Tier der früheste uns heute bekannte Vertreter der Pferdeverwandten (Hippomorpha oder Equoidea) ist. Wenn überhaupt könnte man noch ferne Ähnlichkeit mit einem Reh feststellen, aber schon das scheint weit hergeholt zu sein. Tatsächlich war Eohippus auch nur etwa so groß wie ein Fuchs, hatte eine Schulterhöhe von gerade einmal 20 Zentimetern. Da ist selbst ein Pony heutzutage um einiges größer. Schon unten bei den Füßen zeigte sich der erste Unterschied zu den heutigen Pferden. So hatte es vier Zehen an den Vorderbeinen und drei Zehen an den Hinterbeinen. Immerhin fraß der Vorfahre der Pferde schon damals vor rund 55,4 bis 48,6 Mio. Jahre Pflanzen und war ebenfalls ein Gruppentier.

Der Name „Eohippus“ kommt aus dem griechischen und bedeutet „Pferd der Morgenröte“, wobei sich der Name aus eos – der Göttin der Morgenröte – und hippus – Pferd – zusammensetzt. Diesen schönen Namen verdankt das Tier dem Paläontologe Othniel Charles Marsh, der 1876 in einer Beschreibung über ein vollständigen Fossils aus Nordamerika dieses so benannte. Was er allerdings wahrscheinlich nicht wusste war, dass schon der britische Anatom und Paläontologe Richard Owen im Jahr 1841 eine Erstbeschreibung über einen unvollständigen Fund aus England veröffentlichte und das Tier dort mit „Hyracotherium“ („Hyrax-(=Schliefer)-ähnliches Tier“) bezeichnetet. Erst später kam heraus, dass beide Forscher das selbe Tier beschrieben hatten und da Owen dies als erstes tat erhielt die Gattung nach der Prioritätsregel den Namen des älteren Synonyms. Eohippus heißt also eigentlich Hyracotherium, aber klingt „Pferd der Morgenröte“ nicht viel schöner? 😉


Das ein Pferd heute viel größer als das damalige Eohippus ist, verdankt es natürlich der Evolution. Konnte sich die Eohippus noch am Anfang im dichten Unterholz Schutz vor den Feinden suchen, mussten sie sich nach und nach an die klimabedingten Änderungen anpassen. Die Wälder trockneten aus und Steppe machte sich breit. So musste nicht nur sich das Gebiss der Tiere ändern, um an das harte Steppengras heranzukommen, auch die Füße und Beine spielten eine wichtige Rolle für das weitere Überleben. Da es in der Steppe kaum noch Unterschlüpfe gab, musste Eohippus auf der Flucht vor seinen zahlreichen Feinden an Geschwindigkeit zunehmen. Das Erreichten die Tiere unter anderem durch die zwei folgenden Evolutionskniffe. Zum einen bildeten sich die Zehen zurück, sodass nur noch die Mittelzehen, die von einer festen Hornschicht umgeben waren, übrig blieben. Gleichzeitig wurden die Tiere aber auch größer, denn mit einer größeren Schrittweite konnte man sich auch schneller davon machen, wenn Gefahr drohte. So entwickelten sich nach dem Eohippus Zwischenstufen wie Mesohippus, Merychuppus und Pliohippus, bis irgendwann die Einhufer entstanden.

Quellen:

Bildquelle:
Urheber: Heinrich Harder – Quelle

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